Der
Name „Kritische Masse“ (internat.:
Critical Mass / CM) bezeichnet
denjenigen weltweiten Zufall, bei dem sich in den Städten der
Welt, zumeist am letzten Freitag jedes Monats, Radfahrerinnen und
Radfahrer zu einer fröhlichen, gemeinsamen Radtour treffen. Kritische Masse ist ein Fest des Fahrrads und bringt dieses als flexibles,
umweltfreundliches und überlegenes urbanes Fahrzeug ins
Bewußtsein der Öffentlichkeit. Ein
Radfahrer fällt kaum auf, einhundert Radfahrerinnen dagegen schon,
und gemeinsam zeigen sie, daß Radfahrende im Verkehr zur
Normalität gehören und nicht als „Verkehrshindernis“ an
den Straßenrand gekehrt werden wollen.
Radfahrende behindern nicht den Verkehr – sie sind der Verkehr!
Kritische Massen haben keine Organisationsstruktur oder Veranstalter; alle, die
mitfahren möchten, sind willkommen, sofern sie Fröhlichkeit
und Toleranz mitbringen. Die Straße wird zu einem Ort des
sozialen Kontaktes im Gespräch mit Passantinnen und Passanten und
neugierigen Vorbeifahrenden – wir nehmen der Straße die Aggressivität.
Kritische Masse ist für manche eine Demonstration für
mehr Klimaschutz, für lebenswertere Städte oder für
eine sozialere Gesellschaft, für andere ist es einfach die Freude
einer gemeinsamen Radtour, aber in aller erster Linie ist sie das,
was ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ihr machen. Deswegen fahr
mit uns, und bring Dich ein.
Dein Klima – Deine Gesellschaft – Dein Regensburg
Kritische
Masse ist ein Appell an die Verantwortlichen der Stadt dem Radverkehr
endlich den Stellenwert einzuräumen, der ihm gebührt. Eine
fahrradfreundliche Stadt ist ein einfacher aber psychologisch wichtiger
Beitrag zum Klimaschutz und wesentlich für die Attraktivität
einer Stadt, die sehr davon abhängt,
daß
man als sogenannter schwacher Verkehrsteilnehmer
(Fußgängerin,
Radfahrer) nicht als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt wird. Mehr Radanteil am
Verkehr
führt zu mehr Sicherheit für alle, weniger
Lärm für
alle,
weniger Schadstoffbelastung für alle, weniger Stau und
kürzeren Fahrzeiten – auch für Autos.
In den meisten Großstädten, wie auch in Regensburg,
folgt die Verkehrsgestaltung dem Prinzip, möglichst
viele Autos schnell an „störenden“ Fußgängerinnen und
Radfahrern vorbeizuschaffen. Radfahrerinnen werden (durch sogenannte
„Radwege“) auf die für Fußgänger vorgesehenen
Bürgersteige gedrängt und gefährden dadurch sich und
andere – auch Autofahrer.
Richtig
wäre es, dem Verkehr ein Prinzip zugrundezulegen, das vorsieht,
möglichst viele Radfahrerinnen und Fußgänger schnell an den
Autos vorbeizuschaffen.
Folgende Anregungen ließen sich einfach, pragmatisch und mit
nur minimalen Kosten umsetzen:
- Umwandlung der Radwegbenutzungspflicht in
ein Benutzungsrecht insbesondere dort, wo die Benutzung der
Radwege ein
Gefahrenpotential für Fußgängerinnen oder
Radfahrer darstellt oder zu Zeitverlusten für Radfahrende führt (z.B. Kumpfmühler
Straße). Gute Radwege brauchen keine Benutzungspflicht! Siehe dazu auch das Urteil
des VGH vom 11.8.2009.
- Öffnung der Einbahnstraßen
für den
Radverkehr in Gegenrichtung (z.B.
Gesandtenstraße, Ludwigstraße).
- Ausweisung von wichtigen Routen innerhalb der Stadt als
Fahrradstraßen mit zugelassenem Autoverkehr (StVO
Anlage 2, Zeichen 23).
Das heißt, daß Radfahrer nebeneinander fahren
dürfen
und ein generelles Tempolimit von 30 km/h gilt. (Der
Überholvorgang der Autos wird dadurch deutlich weniger
aggressiv,
und die Stop-and-Go-Wellen der Ampeln werden entzerrt, da der
gesamte Verkehr entschleunigt wird und in Bewegung bleibt. Davon
profitieren alle.)
Fahrradstraßen mit Autoverkehr sind auf folgendem
Streckennetz sinnvoll und realisierbar:
Sankt-Peters-Weg – Maximilianstraße vom Ernst-Reuter-Platz bis zum Hbf – Bahnhofstraße – Kumpfmühler
Straße – Schottenstraße bis zum
Weißgerbergraben –
Keplerstraße – Andreasstraße – Drehergasse –
Lappersdorfer Straße – Thundorferstraße –
Wöhrdstraße –
Doktor-Martin-Luther-Straße – Galgenbergbrücke/straße –
Albertus-Magnus-Straße – Universitätsstraße – Bischof-von-Henle-Straße
- Zebrastreifen alle 500m, gegebenenfalls mit Tempolimit entlang der Straßen.
- Grüne Welle:
1.
Grünphasen für Fußgänger
und Radler genauso lang wie für Autos. 2. Bei
„Rot“ für Autos alle
Fußgänger- und
Radampeln der
Kreuzung auf „Grün“, so daß man
als
Fußgängerin und Radfahrer die Kreuzung nach Belieben
überqueren
kann, etwa um links abzubiegen.
- Begradigung und Oberflächenglättung aller Radwege
in
Kreuzungsbereichen, so daß man (bei
Vorfahrt / als alleiniges
Fahrzeug an der
Kreuzung / bei Grüner Ampel) mit
gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfahren kann (z.B. Clermont-Ferrand-Alle).
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